Bar U Ranch

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Auf dem Weg von Banff in den Waterton Nationalpark liegt unmittelbar am Highway 22, 14 km südlich der Stadt Longview, die Bar U Ranch eine “National Historic Site” von Alberta.

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„Open Range“, weites Land, so hieß noch vor kurzem ein Western Film mit Kevin Costner. Der Film entstand hier ganz in der Nähe, im Kananaskis Provincial Park. Die Landschaft ist atemberaubend, gelbe Felder und grüne Hügel, so weit das Auge reicht. Und am Horizont die Berge der Rockie Mountains.

Auf dem Highway 22 sieht man schon von weitem eine große “Cowboy Figur” mit einem Lasso in der Hand. Biegen Sie hier rechts ab.

Die Einfahrt zur Bar U Ranch führt Sie unter einem Holztorbogen direkt über eine Schotterstraße zu einem Parkplatz.Hier steht das Informationszentrum der Ranch.In diesem Gebäude finden Sie auch einem kleines Restaurant und einen geschmackvollen Souvenir-Shop.

National Historic Site

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Die Bar U Ranch zählt zu einer der schönsten “National Historic Sites” in Canada. Sie ist die größte noch existierende Ranch in Nordamerika und heute ein Museum.Die Bar U Ranch wurde 1881 gebaut. Der erste Besitzer hieß Frederick S. Simson, ein erfahrener Viehzüchter aus Quebec. Er gründete mit einer reichen Familie aus Montreal die Nord West Cattle Company (NWCC). 1882 wird der Landbesitz knapp 60.000 Hektar groß und in diesem Jahr kauft Simson 3000 Rinder, 21 Bullen und 75 Sattelpferde. Als 1883 die Eisenbahn Calgary erreicht eröffnet sich für die Bar U Ranch auch der Rindermarkt Richtung Ostkanada und England.

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1885 findet das größte Viehzusammentreiben der kanadischen Geschichte statt. 100 Cowboys, 500 Sattelpferde und 15 Wagen treiben Rinder aus einem Gebiet von über 16.000 km2 zusammen. Im selbenwaterton bar u ranch sattel Jahr wird auch der Rindermarkt nach Vancouver, durch die Fertigstellung der Eisenbahnlinie, erreicht.

Die NWCC meldet 1890 das auf dem Land der Bar U Ranch 10.410 Rinder und 832 Pferde grasen. 1891 leben 18 Leute fest auf der Ranch, darunter auch Harry Longabaugh der später als “Sundance Kid” als gesuchter Verbrecher in die Geschichte einging. Sundance Kid überfiel Eisenbahnen, Banken und Postkutschen.

In der Zeit zwischen 1880 und 1890 schließt der Besitzer Frederick S. Simson Freundschaft mit vielen Uhr-Einwohnern, vor allem den Blackfoot Indianern. Simson lernt ihre Sprache und wird Befürworter ihrer Rechte.

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1902 wird die Bar U Ranch verkauft, Der größte Ranchverkauf in der Geschichte Albertas, so lautet die Titelstory in der Zeitung Calgary Herald. Für fast eine viertel Millionen Dollar geht die Bar U Ranch an Georg Lane und seine Partner. Eingeschlossen über 3000 Rinder und 500 Pferde.

Georg Lane beginnt 1907 mit einer Pferdezucht aus reinrassigen Percherons die er aus Frankreich importiert. Er beginnt mit 3 Hengsten und 72 Stuten die er für 75 .000 $ kauft. Nur ein Jahr später gewinnt er bereits alle Preise auf der Pferdeauststellung in Seattle.

1912 stirbt Frederick S. Simson in Montreal. In diesem Jahr findet in Calgary auch die erste „Calgary Stampede“ statt und einer der vier Gründer ist Georg Lane. Noch heute ist die jährlich stattfindende „Calgary Stampede“ eines der größten Rodeo Veranstaltung der Welt. 1925 stirbt auch Georg Lane und der Besitz geht an eine Bank.

1927 kauft der Eigentümer eines Lebensmittelimperiums, Pat Burns, die Bar U Ranch. Er stirbt 1937 und ein Neffe übernimmt die Geschäfte.

1938 ist die Bar U Ranch eine der führenden Rinderfarmen in Canada.

Während des Krieges 1939 bis 1945 wurden viele Arbeiter der Ranch zum Kriegsdienst eingeteilt. Stoney Indianer (Nakodas) werden jetzt immer unentbehrlicher für die erfolgreiche Bewirtschaftung der Ranch.

In den 40 er Jahren werden immer mehr Pferde durch Maschinen ersetzt und 1948 findet das letzte große “Cattle Drive” (Rindertreiben) statt. In fünf Tagen treiben 11 Reiter 1821 Rinder 108 km bis zur ersten zulässigen Straße Richtung Calgary.

Info Bar U Ranch

Der Eintritt zur Bar U Ranch kostet 7,80$ (2008). Die Informations-Broschüre zur Ranch bekommen Sie auch in deutscher Sprache. Planen Sie gut 2-3 Stunden ein um diese wunderschön erhaltene Ranch zu besuchen, und einiges aus der Geschichte zu erfahren. Es lohnt sich richtig, Verspochen. Auf der gesamten Bar U Ranch ist das Rauchen wegen Brandgefahr strikt verboten.

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Direkt hinter dem Visitor Center steht eine große Kutsche die die Besucher erstmal über das gesamte Anwesen fährt. Hier können Sie sich erstmal einen überblick verschaffen. Am Round - up Camp steigt man aus und wird mit selbstgebackenem Weisbrot mit Honig und Kaffee begrüßt.

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Die vom Feuer russ-schwarz gewordene Kaffeekanne hängt wie vor über 100 Jahren direkt über dem Lagerfeuer. Daneben steht eine alte kleine Kutsche und ein altes Zelt, aufgehängt an Baumstämmen. Im innern ein alter Herd und viele Bilder der letzten 127 Jahre Geschichte. All das erinnert mich an einen John Wayne Western. Hier sitzen alle, wie damals die Cowboys, im Runden Kreis auf Holzstämmen und Strohballen. Mit frischen heißen Kaffee in der Hand erzählt uns ein Cowgirl die Geschichte der Ranch und versetzt uns alle in eine andere Zeit.

Hier, in diesen sogenannten “Round-up Camps”, trafen sich die Cowboys zweimal im Jahr. Einmal im Frühling, wenn die Rinder zur Ranch getrieben wurden, um den Rindern das Brandzeichen zu setzen und einmal im Herbst, wenn die Rinder der Ranch zum Verkauf vorbereitet wurden. Ein Cowboy verdiente damals pro Tag einen Dollar. Wenig Geld für einen harten 10-12 Stunden Tag. Der Koch, der auch mit einem Küchen Planwagen raus auf die Felder fuhr, bekam 3 Dollar pro Tag.

Er war ja auch verantwortlich für das wohlergehen der Cowboys die bei jedem Wetter draußen auf den Feldern arbeiteten.

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Überall trifft man hier noch heute auf echte Cowboys, auf Pferden, in den alten Häusern und Stallungen sowie am Lagerfeuer, dem sogenannten Round-up Camp. Hier wird an jeder Stelle mit Herzblut die Geschichte der Ranch weitergeben. Üben Sie mit einen Cowboy das Lassowerfen, lassen Sie sich das reparieren eines Pferdegeschirrs oder eines Ledersattels erklären oder fachsimpeln Sie über Pferde, all das ist hier möglich.

Besichtigen Sie die Stallungen, die Wohn- und Lagerhäuser, die Werkstätten und das alte Postoffice. Alle Gebäude sind gut erhalten und im inneren finden Sie alte Möbelstücke, alte Werkzeuge, Bilder und in den Pferdeställen hängen noch die alten Sättel.

Die Bar U Ranch ist von Ende Mai bis Ende September von 9:00- 17:00 Uhr geöffnet und an manchen Sonntagen finden auf der Ranch Sonderveranstaltungen statt.

Weitere Information finden Sie im Internet unter: www.pc.gc.ca/lhn-nhs/ab/baru/visit/index_E.asp

Bisher 1 Kommentar

  1. Rita Charalampiev
    18. Juni 2015 um 05:26 | Permalink

    Lieber Herr Keller,
    Wir grüßen Sie aus dem Waterton Nationalpark und sind mit unseren Gedanken sehr oft bei Ihnen. Fast alle Tipps die Sie mir am Telefon gaben, haben wir befolgt. Voller Dankbarkeit!
    Wir erleben eine unfassbare Reise, egal ob die Wanderung um den Emerald Lake - natürlich entgegen dem Uhrzeigersinn, das alte Örtchen Field, den Lake Louise sowieso - dort trafen wir auf dem Wanderpfad einen Schwarzbären, die wunderbare Fahrt auf der 40 und den Cowboytrail mit Stop auf de Bar U Ranch.
    Jetzt wollen wir hier am See Station machen, um all diese Eindrücke zu verarbeiten. Zurück werden wir langsam auf dem Highway 3 gen Vancouver fahren.
    Danke, danke, danke für Ihre tollen Reisetipps.

    Ihre Rita Charalampiev
    PS wir trafen uns in Hamburg auf der Messe und haben telefoniert.

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