Kootenay

Kategorien: Kootenay, Nationalparks

Der Kootenay Nationalpark liegt westlich des Banff NP, unmittelbar an der Grenze zu Alberta, in British Columbia. Der Park wurde 1920 gegründet, ist 1.406 km² groß und verfügt über ca. 200 km Wanderwege. Hier erwartet Sie eine wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaft. Gewaltige Berge, imposante Gletscher, enge Schluchten, weite Täler und eine große Pflanzenvielfalt. Der Kootenay Nationalpark gilt auch als sehr wildtierreich.

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Hinweis:

Die Besucherzahlen des Kootenay Nationalparks sind wesentlich geringer als die des angrenzenden Banff Nationalpark. Auch er ist, ähnlich wie beim Yoho Nationalpark, ein Geheimtipp.

2003 haben starke Waldbrände fast 15% des Nationalparks verbrannt. Feuer spielt eine wichtige Rolle im Leben eines Waldes. Durch einen Waldbrand entsteht „neues Leben“ im Wald. Neue Bäume und diverse Pflanzen wachsen schnell nach und bilden im Wald ein Paradies für Wildtiere, Vögel und Insekten. Achten Sie bitte auf die Hinweisschilder auf den Wanderwegen. Denn die verbrannten Bäume können ohne Vorwarnung umstürzen.

Informations-Center

Im Kootenay Nationalpark gibt es zwei Infocenter. Das erste finden Sie neben der Kootenay Lodge und das zweite in der Stadt Radium Hot Spring. Hier finden Sie auch viele Information und Bilder zu den Waldbränden der vergangenen Jahre.

Windermere Highway

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Der Windermere Highway wurde 1922 fertig gestellt und führt Sie auf eine Länge von 94 km durch eine beeindruckende Landschaft, mit ständig wechselndem Panorama. Der Windermere Highway war damals die erste Autobahn in den Rocky Mountains. Achten Sie hier besonders auf Wildtiere wie Hirsche, Elche und Steinböcke !!

Unmittelbar am Nordeingang des Kootenay NP liegt die “Continental Divide”, die Wasserscheide Banff - Kootenay.

Auf der Ostseite fließt das Wasser in den Atlantik zur Hudson Bay via Bow, Saskatchewan und Nelson River. Auf der Westseite fließt das Wasser zum Pacific Ocean über den Vermillion, Kootenay und Columbia River.

Weiter Richtung Radium Hot Springs finden Sie nach 6 km den “Marble Canyon” und nach 8 km die Paint Pots. Hier gibt es einen Parkplatz von dem aus ein Wanderweg Sie zu den „Farbtöpfen“ führt.

Paint Pots – Farbtöpfe

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Die Paint Pots (Farbtöpfe) und die zugehörigen ockerfarbenen Flussbetten sind durch ungewöhnlich physikalische und chemische Vorgänge entstanden. In der Geschichte wurden die Paint Pots (Farbtöpfe) durch beide Gruppen, Indianer und Europäer benutzt.

Die Ktunaxa (früher Kootenay) wie auch die Stoney und Blackfoot Stämme sammelten hier die ockerfarbene Erde für wichtige Zeremonien und für den Handel.

Der gelbe Ocker wurde gereinigt, mit Wasser in walnussgroße Kugeln geknetet, zu Kuchenform geglättet und gebacken. Das dadurch entstandene rote Pulver wurde mit Fischöl oder Tierfett gemischt, um ihre Körper, Zelte, Kleidung oder Felsen zu bemalen.

Diese Malereien zeigten viele Dinge des Alltags aber auch abstrakte Zeichnungen von übernatürlichen Wesen, die in Träumen entstanden sein können.

Hinweis:

Die Paint Pots werden auch noch heute von den Indianern als ein heiliger Ort betrachtet !
Bitte behandeln Sie diesen Ort auch mit Respekt, bleiben Sie auf den Wanderwegen und entfernen Sie keine Erde.

Dr. James Hektor von der Palliser Expedition war wahrscheinlich der erste Europäer, der die ockerfarbenen Flussbetten besucht hat. Im August 1858 überquerten Hektor und seine Begleiter den Vermilion Pass vom Bow Valley aus und gingen den Vermillion River hinunter.

In seinem Tagebuch beschrieb er das Gebiet:

“Hier in der Ecke des Tals auf der rechten Seite ist die Vermillion Ebene. Die Ebene ist ungefähr eine Meile lang und ein kleiner Strom fließt hindurch.Die Oberfläche ist vollständig bedeckt mit ockerfarbener Erde. Die Kootenay Indianer kommen manchmal zu dieser Ebene. Wir fanden Überreste eines Lagers und einer großen Feuerstelle, welche sie benutzten, um die ockerfarbene Erde zu backen und in rotes Oxid umzuwandeln. Dann bringen sie das Oxid zu den Indianern der Tiefebene und auch zu den Blackfoot.”

Es ist wahrscheinlich, dass die ockerfarbenen Flussbetten seit 1860 von Schürfern besucht wurden. Anfang des 19 Jahrhunderts wurde erkannt, dass die ockerfarbenen Flussbetten von kommerzieller Bedeutung sind und wurden aktiv abgebaut.

Die ockerfarbene Erde wurde von Hand abgegraben und von pferdebespannten Anhängern ins 24 km entfernte Castle Mountain gebracht. Von hier ging die Erde, mit Waggons der C.P.R. Eisenbahngesellschaft, als Pigmentbasis zur Farbherstellung nach Calgary.

Die Reihen von niedrigen, ockerfarbenen Hügeln sind Beweise der letzten Sammlung, die nie versandt wurde. Um 1920 wurden erste Maschinen und technische Hilfsmittel eingesetzt, um das Oxid schneller zu fördern, zu mahlen und zu backen. Diese Überreste findet man noch heute.

Bergbaukonzessionen existierten selbst immer noch als der Kootenay National Park im Jahr 1920 eingeführt wurde. Aber das Bewusstsein, das der Nationalpark als ein landschaftlich reizvoller Bereich zu schützen sei, ließ die Bergbauaktivitäten auslaufen.

Die Paint Pots selbst wurden von der Ansammlung des Eisenoxids um die Auslässe der drei Quellen geformt. Die grünliche Farbe der zwei größeren Töpfe kommt durch das Mischen von Frischwasser aus einem kleineren Fluss, der in den zwei größeren Töpfen endet.

Kootenay Park Lodge

Weiter auf dem Windermere Highway Richtung Süden, 22 km nach den Paint Pots, liegt auf der linken Seite die Kootenay Park Lodge. Hier finden Sie angrenzend auch ein kleines Info Center und ein Restaurant. Legen Sie ruhig mal hier eine Pause ein.

Bis zum nächsten Aussichtspunkt, dem Kootenay Valley Viewpoint, sind es 47 km.

Kootenay Valley Viewpoint

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Von hier aus haben Sie eine grandiose Aussicht über das Kootenay Tal. Unbedingt anhalten und genießen. Nur 3 km weiter liegt auf der linken Seite ein kleiner kristallklarer See, der Olive Lake. In diesem olivgrünen See steigen permanent kleine Luftblasen aus dem Grund.

Ab hier sind es nur noch 13 km bis zur Stadt Radium Hot Springs. Der Highway führt Sie vorbei am größten Thermalbad Kanadas, den Radium Hot Spring Pools. Hier können Sie in 39 Grad Celsius warmen Quellwasser baden.

Achtung !

Hier stehen oft ganze Herden von Bighorn Sheeps mitten auf der Strasse.

Fahren Sie hier besonders vorsichtig und halten sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung.

Kurz danach führt Sie der Windermere Highway durch eine beeindruckende Schlucht, den Sinclair Canyon. Dahinter liegt die Stadt Radium Hot Spring und der größte Campingplatz des Parks, der Redstreak Campground mit 242 Plätzen. Von hier aus führt auch ein Wanderweg zum Thermalbad. Im Ort finden Sie neben einem Informationscenter auch Lebensmittegeschäfte und Tankstellen.

Informationen Kootenay Nationalpark

Campingplätze

  • Redstreak: 242 Plätze
  • McLeod Meadows: 98 Plätze
  • Marble Canyon: 61 Plätze
  • Dolly Warden (Winter): 7 Plätze

Weitere Informationen und aktuelle Öffnungszeiten finden Sie in der Broschüre „The Mountain Guide“ und im Internet.

Telefon

  • Notfall: 911
  • Infocenter Kootenay: 250 347-9505
  • Radium Hot Spring Pools: 250 347-2100
  • Telefon Vorwahl von Deutschland: 001

Internet

E-Mail

kootenay.info[at]pc.gc.ca

Wanderwege

Stanley Glacier (Tagestour):

4,2 km, one way 2-3 Std, 365 Höhenmeter.

Kurz nach der Einfahrt in den Park 92 km Nördlich der Stadt Radium Hot Springs

Marble Canyon:

1,4 km, Rundweg, 1 Std.

Kaufmann Lake (mit Übernachtung):

15 km, one way, 5-6 Std, 570 Höhenmeter.

Über den Tokumm Creek führt Sie der Weg zu einem der schönsten Seen im Kootenay NP.

Paint Pots:

1,3 km, one way, 1 Std.

Floe Lake (mit Übernachtung):

10,5 km, one way, 3-4 Std, 715 Höhenmeter.

Hier ist der Sonnenaufgang spektakulär, darum Übernachten.

Dog Lake:

2,6 km, one way, geringe Höhenmeter.

Copp Lake:

2,7 km one way, geringe Höhenmeter

Olive Lake:

Weg nur 100 Meter, kristallgrüner See mit Picknick Area.

Sinclair Creek:

West arm: Kindersley Pass Trail: 9,8 km, 1.055 Höhenmeter

East arm: Sinclair Creek Trail: 7,6 km, 960 Höhenmeter.

Loop gesamt 17,4 km, 7-8 Std, 1.055 Höhenmeter

Hinweis:

Dies ist nur eine kleine Auswahl von Wanderwegen. Es gibt noch viele weitere Wandermöglichkeiten im Kootenay Nationalpark. Bitte informieren Sie sich, bevor Sie wandern, in den Informations-Centern. Es kommt gelegentlich vor, dass Wanderwege gesperrt sind.

Sie können hier eine Übersichtskarte mit Wanderwegen als PDF Datei herunterladen:

Wanderwege Kootenay Nationalpark
Wanderwege Radium Hot Springs

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